Premiere | 15.03.2023

Nora

SCHAUSPIEL VON HENRIK IBSEN

Neufassung von Lajos Wenzel

Am 15.03.2023 um 19:30 Uhr feiert das Schauspiel von Henrik Ibsen in einer Neufassung von Lajos Wenzel
“Nora” Premiere an der Europäischen Kunstakademie Trier
Ich bin in der Rolle des Trovald Helmer zusehen. Regie führt Lajos Wenzel.

Alles scheint perfekt im Hause Helmer: Das junge Paar lebt ein glückliches und luxuriöses Leben. Familienoberhaupt Torvald steht eine Beförderung bevor und vor allem Nora geht es vermeintlich gut. Sie tut alles, um ihre Familie, ihren Ehemann und dessen Frieden zu schützen – auch wenn das bedeutet, ein Geheimnis bewahren zu müssen.
Als ihr Mann Torvald den Angestellten Krogstad entlassen will und eine Freundin aus der Schulzeit auftaucht, bedroht Noras Verschwiegenheit plötzlich die heile Welt der Helmers. Denn Nora wird von Krogstad, der sich als radikaler Karrierist entpuppt, erpresst. Von einer Sekunde auf die andere kommt das Vorzeige-Familienidyll ins Wanken.
Unter dem Druck des drohenden Verlusts ihres gesellschaftlichen Ansehens wird Nora offenbar, wie sehr ihre Ehe, ihre perfekte Welt auf einer großen Lebenslüge basiert. Jetzt muss sie sich zwischen gesellschaftlichem Ansehen und ihrer perfekten Ehe oder ihren wahren Wünschen und Träumen entscheiden. Um aus der künstlichen Perfektion auszubrechen und ein freier Mensch zu sein, muss sie das schwerste Opfer bringen, dass man sich überhaupt vorstellen kann …

Nora Helmers Ausbruch aus ihrer Ehe sorgte nach der Erstveröffentlichung im Jahr 1879 für Aufruhr. Ehemann und Kinder zu verlassen war für das ausgehende 19. Jahrhundert ein handfester Skandal. Die Figur der Nora wurde somit zum Sinnbild für eine emanzipierte, mutige Frau. Wie aber sehen Vorreiterinnen für Gleichberechtigung heute aus und wie würde Nora heute handeln?

Für seine Trierer Inszenierung holt Regisseur Lajos Wenzel den Stoff von Henrik Ibsen in die Gegenwart: Konsequent und bis zum Äußersten seziert die neue Fassung des analytischen Dramas eine toxische Partnerschaft, die von Narzissmus, Masochismus, systematischer Abhängigkeit und krankhaftem Schönheitswahn geprägt ist.

In einer modernen Gesellschaft, die für Gleichberechtigung, Moral und selbstbestimmte Liebe steht, aber getrieben ist von Karrieresucht, Opportunismus und Selbstoptimierung, bietet das schonungslos scharfsinnige Drama Nora eine höchst spannende Reibungsfläche.

 
 
Giovanni Rupp | Schauspieler

Giovanni Rupp, geboren 1988 in Bad Homburg vor der Höhe, absolvierte 2010 sein Schauspielstudium am Schauspielstudio Frese in Hamburg und ergänzte seine Ausbildung mit Gesangsunterricht. Bereits während des Studiums stand er in verschiedenen Hamburger Theaterproduktionen auf der Bühne und arbeitete mit Regisseuren wie Nina Pichler und Dominik Günther. Zudem wirkte er 2009 in Fatih Akins Kinofilm Soul Kitchen mit.

Von 2010 bis 2012 war er festes Ensemblemitglied am Jungen Theater Bonn und gastierte am Deutschen Theater München. Anschließend war er bis 2015 am Landestheater Tübingen engagiert, wo er unter anderem als Tschick in Tschick von Wolfgang Herrndorf und als Siegfried in Nibelungen auf der Bühne stand. Sein Solo-Stück Ronny von Welt (UA) von Thilo Reffert wurde für den Mülheimer KinderStückePreis 2016 nominiert und ins Repertoire des Theaters Baden-Baden aufgenommen.

Ab 2015 arbeitete Giovanni Rupp freischaffend. Er gastierte am Badischen Staatstheater Karlsruhe (Hamlet) und an den Schauspielbühnen Stuttgart. Parallel dazu war er in TV- und Hörspielproduktionen tätig, unter anderem für Arte und den SWR.

Von 2016 bis 2018 war er festes Ensemblemitglied am Theater Baden-Baden, wo er in Stücken wie Nathan der Weise (Derwisch), Tartuffe(Damis), Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit (Basile) und Next to Normal (Henry) mitwirkte.

Seit der Spielzeit 2018/19 gehört Giovanni Rupp zum festen Ensemble des Theaters Trier. Hier übernahm er zahlreiche Rollen und wurde 2019 sowie 2022 für die Theatermaske Trier nominiert. 2022 wurde er mit diesem renommierten Kulturpreis der Region ausgezeichnet.

https://giovannirupp.de
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